150 Feuerwehrleute und Rettungsdienstler testeten Funksystem

Die Krefelder Feuerwehr hat am vergangenen Samstag eine große Übung durchgeführt. Dabei wurden in einem simulierten Unwetterszenario 400 Schein-Einsätze gefahren und vor allem geprobt, wie die Kommunikation im Krisenfall verläuft. Unter besonderem Augenmerk stand der digitale Funk, der in einigen Jahren auch in Krefeld flächendeckend eingeführt werden soll.

Wir fuhren mit unserem 45er einige Einsätze mit und betrieben mit den Kameraden aus Gellep-Stratum den Bereitstellungsraum auf der Wache 2 in Linn.

Um Punkt 9 Uhr geht es am Samstag los: Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr und sechs freiwilliger Wehren, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, des Maltester Hilfsdienstes, der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft und Feuerwehrleute aus Viersen, Neuss, Mönchengladbach und Duisburg rollen in über 40 Fahrzeugen in drei simulierte Einsatzabschnitte innerhalb von Krefeld aus. Währenddessen gehen bei der Notrufannahme Anrufe besorgter Bürger ein, wie sie bei einem Unwetter regelmäßig vorkommen: vollgelaufene Keller, Kurzschlüsse oder umgestürzte Bäume werden beklagt. „Ein Kollege war die vergangenen Wochen damit beschäftigt, sich 400 realistische Einsätze auszudenken", schildert Einsatzleiter Manfred Woters.

Die verschiedenen Fahrzeuge werden nun von den drei Einsatzleitungen angefunkt und zu den jeweiligen Einsätzen geschickt. Sobald sie sich vor Ort zurück- und wieder verfügbar gemeldet haben, geht es zum nächsten Einsatz. Für die externen Einheiten kommt hinzu, dass sie sich in Krefeld kaum auskennen. „Wir testen auch das Einpflegen der externen Fahrzeuge in unser System, die dann wie eigene Einheiten geführt werden", so Woters. Dazu wurde ein Flottenmanagement aus der Speditions-Branche übernommen und die Minimierung des Funksystems auf das nötigste beschlossen. Zudem kommt auch Digitalfunk zum Einsatz. „Diese Technik wird in den kommenden Jahren schrittweise eingeführt. Im Moment haben wir Handgeräte im Einsatz. Heute schauen wir, wie die Koordinierung mit analogem und digitalem Funk funktioniert", erklärt Feuerwehr-Chef Josef Dohmen.

Zunächst mäßig. Auch noch eine Stunde nach dem Übungsbeginn stehen einzelne Einsatzwagen auf dem Hof der Feuerwache an der Florastraße. Für die externen Kräfte sei das ebenso wenig befriedigend wie für die Einsatzleitung. Es knarrt in der Leitung: „Florian Duisburg eins elf zwei für Florian Krefeld, bitte kommen." Stille. „Florian Duisburg eins elf zwei für Florian Krefeld." Auch nach mehrfachen Versuchen bleibt die Leitung stumm. Viele der rot-gelben Einsatzorte auf der Stadtkarte, die in dem Einsatzwagen an die Wand projiziert ist, werden von den grün-markierten Fahrzeugen nicht erreicht. „Wir sehen, dass es nicht so klappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir müssen nachjustieren. Aber dafür ist eine Übung ja da", so Woters. Hektik? Fehlanzeige. Konzentriert wird an einer Lösung des Problems gearbeitet, routiniert lassen sich die Feuerwehrleute dabei von Journalisten mit Schreibblock, Mikrofon oder Kamera über die Schulter schauen. Wenig später meldet Woters dann Entwarnung: „Das Problem ist erkannt. Über einen Sonderkanal erreichen wir nun die Fahrzeuge, die wir vorhin nicht anfunken konnten." Abfahrt für die verbliebenen Fahrzeuge auf dem Hof. Sie wären im Krisenfall natürlich längst unterwegs, haben aber im Rahmen der Übung geduldig gewartet. Um 11 Uhr kommen neben den drei bestehenden Einsatzabschnitten zwei weitere hinzu: Kollegen eilen zu einem Parkplatz eines Industrieunternehmens, weitere zur Polizeidienststelle an der Westparkstraße. „So etwas kann bei einem Unwetter nun einmal passieren. Und wenn man den Prognosen glaubt, werden wir in Zukunft des öfteren solche Szenarien vorfinden", schildert Dohmen.

Keine Stunde später ist die Übung fast vorbei. Die Beteiligten sammeln sich auf der Feuerwache zwei in Linn, wo eine Verpflegungsstelle eingerichtet wurde. „So komisch sich das anhört, aber das gehört mit zur Übung hinzu. Schließlich muss auch die Versorgung der Kollegen im Krisenfall sichergestellt sein", sagt Woters und erinnert an den mehrtägigen Einsatz bei Compo im Rheinhafen. Erste Manöverkritiken werden bei Nudeln mit Soße ausgetauscht, in der laufenden Woche soll dann endgültig Bilanz gezogen werden.

Stadt Krefeld


Bericht aus der Lokalzeit Düsseldorf - 20.04.2013