Krefeld (RPO). Viele Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren in den Stadtteilen sind mangelhaft. Jugendfeuerwehren in der Garage, kaum Platz zum Umziehen, Dusche in der Küche. Der Stadt fehlt das Geld für die Lösung des Problems.

Krefelds Freiwillige Feuerwehrmänner machen einen harten Job. Oft genug müssen sie nachts, wenn die meisten anderen Bürger schlafen, zu Einsätzen ausrücken. Sie erledigen diese Aufgabe freiwillig und unentgeldlich. Doch in den vergangenen Jahren vergeht ihnen zunehmend der Spaß am Hobby – fünf von sechs Feuerwehren in den Stadtteilen sind Problemfälle. Tobias Hoffmann (22), Feuerwehrmann aus Oppum, sagt: „Unser Gerätehaus ist eine Katastrophe. Wir fühlen uns mit unseren Sorgen längst nicht mehr ernst genommen.

Sechs Freiwillige Feuerwehren gibt es auf Stadtgebiet. Einzig die Uerdinger Wehr ist in einem akzeptablem Zustand. Die anderen – Oppum, Gellep-Stratum, Hüls, Traar, Fischeln – sind auch nach Meinung von Oberbrandmeister Dietmar Meißner baulich nur noch mangelhaft. Er sagt: „Bei fünf Feuerwehren besteht Handlungsbedarf.“

Immer gleiche Mängel

Die Hauptmängel wiederholen sich in allen Wachen – es fehlt an sanitären Anlagen, die Hallen sind zu klein, fast überall müssen sich die Feuerwehrleute in den Gerätehallen umziehen, und der Feuerwehrnachwuchs kann kaum integriert werden, weil es an Räumen fehlt. Ein großes Problem sind auch die Parkplätze in den Stadtteilfeuerwachen. Nicht selten kommt es vor, dass Feuerwehrmänner bei dringenden Einsätzen im Halteverbot parken. Politessen verteilen dann Knöllchen.

Der Verwaltungsausschuss hat bereits beschlossen, dass die Freiwilligen Feuerwehren nach und nach saniert werden müssen. Alle Parteien haben zusätzliche Mittel bewilligt. Allein: Der Stadt fehlt das Geld. Denn auch die Hauptfeuerwache an der Florastraße soll an einem neuen Standort gebaut werden.

Ohne die Arbeit der Freiwilligen wäre Krefelds Rettungsnetz aber nur unzureichend abgedeckt. In fünf der Stadtteile stehen die Männer nach Feierabend bereit, um den hauptamtlichen Feuerwehrmännern zu helfen. In Hüls haben die Freiwilligen sogar den ganzen Tag über Dienst. Die Feuerwehr aus der Innenstadt kann nicht in der vorgegebenen Zeit von acht Minuten an einem Einsatzort in Hüls sein.

Dietmar Meißner ist mit den Löschzugführern der Stadtteile in engem Kontakt – die Feuerwehr versteht sich als ein Team. Er sagt: „Wir müssen den Freiwilligen helfen.“ In der Dringlichkeitsliste ganz oben stehen die Wachen Hüls und Oppum, mittelfristig müssen die Wachen in Traar und Fischeln erweitert werden, Gellep-Stratum steht hinten an. Für Fischeln und Hüls gibt es aber größere Probleme in der Bauleitplanung. Der Flächennutzungsplan müsste geändert werden.

 
Quelle: RP