Krefeld (RPO). In Krefeld waren gestern die harten und die schönen Seiten des Winters zu sehen. Es gab 74 Unfälle, eine Frau wurde schwer verletzt. Viele genossen aber auch die zauberhaft verwandelten Winterbäume bei einem Spaziergang.

Zwar ist das große Schneechaos am Donnerstagabend in Krefeld ausgeblieben, doch gestern früh kamen im Berufsverkehr viele Autofahrer auf glatten Straßen ins Rutschen. Allein zwischen 6 bis 12 Uhr zählte die Polizei 65 Unfälle. Bis gestern Abend um 23 Uhr kamen weitere neun Glatteis-Unfälle hinzu. Schadenssumme: rund 117000 Euro.

"Hauptsächlich handelt es sich dabei um Auffahrunfälle mit Blechschäden. Lediglich eine Frau wurde leicht verletzt", so ein Polizeisprecher. Problematisch war für viele Autofahrer, dass sich unter dem halb getauten Schneematsch eine Eisschicht gebildet hatte. "Durch die niedrige Bodentemperatur gefriert das Tauwasser und es bildet sich eine spiegelglatte Eisschicht auf dem Asphalt. Die Autofahrer sehen das aber nicht, weil sich eine leichte Schneeschicht darüber bildet", erklärt Holger Funke, Fuhrparkleiter des Winterdienstes der GSAK.

Feuerwehr wechselt jetzt Reifen

Auch Fußgängern machte die Witterung zu schaffen. Eine Seniorin rutschte aus und verletzte sich schwer am Kopf. Die Feuerwehr berichtete von zahlreichen Stürzen im Stadtgebiet. "Betroffen sind nicht nur Senioren, sondern beispielsweise auch Schüler, die mit dem Fahrrad stürzten", so ein Feuerwehrsprecher. Die Betroffenen wurden vorsichtshalber auch mit kleineren Blessuren in Krankenhäuser gebracht.

Seit Beginn der Schneefälle am Donnerstagabend um 19 Uhr war der Winterdienst bis 1 Uhr im Einsatz. Am Morgen wurde erneut ab 4 Uhr gestreut. Bis zum Mittag bediente der Winterdienst nur das Krefelder Netz von Hauptstraßen, allein dort mussten 300 Kilometer Straße abgearbeitet werden. "Dadurch, dass der Schneematsch wieder gefror, mussten wir immer wieder die Hauptstraßen abfahren", so Funke. Genügend Streusalz sei noch vorhanden.

Das Glatteis führt auch zu Einschränkungen bei Feuerwehr und Polizei. "Bei der Freiwilligen Feuerwehr Oppum ist derzeit ein Einsatzfahrzeug außer Betrieb, weil es nur Sommerbereifung hat", erklärte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. "Die Ganzjahresreifen sind aber bestellt."

Zahlreiche weitere der insgesamt 117 Einsatzfahrzeuge werden erst seit gestern auf M+S-Reifen umgestellt. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge aus dem Besitz des Bundes, die nicht über Ganzjahresreifen verfügten. Nach Informationen unserer Zeitung trat die Stadt für den Bund in Vorleistung, um eine schnelle Umrüstung zu ermöglichen. Bei der Polizei bleiben die zwölf Polizeimotorräder zurzeit in der Garage. Für die Maschinen gibt es keine M+S-Reifen.